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Pina Bausch
Sicherung und Vermittlung ihres Nachlasses
Pina Bausch gilt als eine der wichtigsten Choreografinnen des 20. Jahrhunderts und als bedeutendste Tänzerpersönlichkeit, die Deutschland je hervorgebracht hat. Der Tod von Pina Bausch am 30. Juni 2009 bedeutet für die Geschichte des deutschen Tanztheaters einen immensen Verlust.
Die Künstlerin hat allerdings schon zu Lebzeiten Vorkehrungen getroffen, um ihr Werk der Nachwelt zu erhalten. Das Kernstück ihres künstlerischen Nachlasses ist eine Materialsammlung, die sie über ihre gesamte Karriere als Tänzerin und Choreografin hinweg eigenhändig gepflegt hat. Der Nachlass umfasst das gesamte Werk von Pina Bausch. Er enthält umfangreiche Werkdokumente in Form von Produktionsmaterialien zu mehr als 46 Stücken, etwa 7.500 Videos, Regiebücher, Bühnenbilder, technische Anweisungen, Kostüme, Requisiten und Musiken. Den jeweiligen Produktions-Materialien sind Sekundärquellen wie Programmhefte, Plakate von Gastspielen, Pressematerialien mit mehr als 35.000 Kritiken sowie Fotos zuzuordnen. Persönliche Korrespondenzen, Briefe, Filme, Reden, Preise und Interviews, Arbeitsmappen und Manuskripte, die den Bestand komplettieren, geben Einblick in die Entstehungsprozesse ihrer Stücke. Gegenwärtig befinden sich sämtliche Materialien in Büros, Lager und Depots des Tanztheaters Wuppertal sowie in der ehemaligen Wohnung von Pina Bausch. Als Eigentum der Pina Bausch Stiftung bilden diese Dokumente das Herzstück eines Projekts, das sich der Aufarbeitung, Pflege und Vermittlung der Werke von Pina Bausch widmet.
Die Kulturstiftung des Bundes fördert in den Jahren 2011 bis 2013 gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung die Sicherung und Erschließung des Pina Bausch-Nachlasses für die Öffentlichkeit. Dabei geht es zum einen um die systematische Erfassung sämtlicher Archivalien, die Konservierung und Restaurierung der vom Verfall bedrohten Materialien, um eine videobasierte Kommentierung von Werken durch Mitglieder des Tanztheater Wuppertal sowie um die Einrichtung einer Datenbank. Zum anderen geht es um die Entwicklung eines Vermittlungskonzeptes für den Nachlass. Das leitende Ziel der Vermittlung besteht in einer Öffnung des Archivs für Fachinteressierte und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, Tänzerinnen und Tänzer sowie eine breite Öffentlichkeit von Nutzern.
Das Projekt dient auch dazu, den künstlerischen Nachlass von Pina Bausch auf Dauer in Deutschland zu erhalten. Die Ergebnisse der Aufarbeitung des Nachlasses sollen im Internet digital verfügbar sein. Außerdem sollen Maßnahmen getroffen werden, die den öffentlichen Zugang zum künstlerischen Nachlass von Pina Bausch ermöglichen – im Idealfall in Form eines öffentlichen Pina Bausch-Studienzentrums in Wuppertal.
Sparten:
Kontakt:
Antonia Lahmé
Kulturstiftung des Bundes
Franckeplatz 1
06110 Halle (Saale)
Tel.: +49 (0)345 2997 117
Fax.: +49 (0)345 2997 333
>E-Mail
Salomon Bausch
Pina Bausch Foundation
Fingscheid 5
42285 Wuppertal
Tel.: +49 (0)202 261 588 0
E-Mail: foundation@pinabausch.org
www.pinabausch.org
Weiterführende Informationen
Arbeitsbericht 2011
In ihrem ersten Arbeitsbericht blickt die Pina Bausch Foundation auf ihre Tätigkeiten, Erfahrungen und Ergebnisse des vergangenen Jahres zurück. Hier können Sie sich den Arbeitsbericht 2011 herunterladen: